09-2026 Eingangsrechnungsverarbeitung mit KI:

Rechnungen automatisiert erfassen, prüfen und freigeben

Auf einen Blick

Eine digitale Eingangsrechnungsverarbeitung erfasst eingehende Rechnungen unabhängig vom Kanal, liest die relevanten Daten mit OCR und KI aus und leitet sie automatisch zur Prüfung und Freigabe weiter. Anschliessend werden die Buchungsdaten an das ERP-System übergeben und die Rechnung revisionssicher archiviert. 

Das reduziert manuelle Erfassungs- und Kontrollarbeiten, verkürzt Durchlaufzeiten, sichert Skontofristen und macht jeden Bearbeitungsschritt nachvollziehbar. Welche Technologie dabei zum Einsatz kommt, hängt von Rechnungsvolumen, Prozessanforderungen und bestehender Systemlandschaft ab. 

Digitale Eingangsrechnungsverarbeitung mit KI: vom Papierstapel über die automatische Erfassung bis zur sicheren Archivierung. Digitale Eingangsrechnungsverarbeitung mit KI: vom Papierstapel über die automatische Erfassung bis zur sicheren Archivierung.

Die Verarbeitung eingehender Rechnungen ist in vielen Unternehmen der letzte grosse manuelle Prozess im Rechnungswesen. Rechnungen treffen per E-Mail, Post oder als PDF ein, werden ausgedruckt, weitergeleitet, geprüft, kontiert und schliesslich abgelegt. Das kostet Zeit, erzeugt Medienbrüche und macht kaum sichtbar, wo eine Rechnung gerade liegt. 

Eine digitale Eingangsrechnungsverarbeitung automatisiert genau diese wiederkehrenden Schritte – vom Rechnungseingang über die Prüfung und Freigabe bis zur Übergabe ans ERP-System und zur gesetzeskonformen Archivierung. Künstliche Intelligenz (KI) übernimmt dabei nicht mehr nur das Auslesen von Daten, sondern unterstützt auch bei Zuordnungen, Kontierungen, Prüfungen zu Bestellungen und Freigaben. Für Organisationen mit mehreren tausend Kreditorenrechnungen pro Jahr gehört die Rechnungsverarbeitung damit zu den Prozessen mit dem schnellsten messbaren Nutzen.

Warum stossen manuelle Rechnungsprozesse an ihre Grenzen? 

Weil sie mit steigendem Volumen nicht mitwachsen. E-Mail-Weiterleitungen, Papierdossiers und Excel-Listen funktionieren, solange wenige Personen beteiligt sind – bei mehreren Standorten, mehrstufigen Freigaben und Ferienabwesenheiten kippt das Modell schnell. 

  • Lange Durchlaufzeiten: Rechnungen bleiben liegen, Zuständigkeiten sind unklar, Freigaben verzögern sich. 
  • Fehlende Transparenz: Niemand sieht auf Anhieb, wer eine Rechnung gerade bearbeitet oder wo sie im Prozess steht. 
  • Mehrfacherfassung: Dieselben Rechnungsdaten werden in Excel, im DMS und im ERP-System erneut eingetippt. 
  • Finanzielle Nachteile: Verpasste Skontofristen und Mahnkosten summieren sich über das Jahr spürbar. 
  • Compliance-Risiken: Ohne lückenlose Dokumentation lässt sich im Revisionsfall nicht belegen, wer was wann freigegeben hat. 

Der Aufwand ist dabei doppelt: Neben der eigentlichen Erfassung binden Rückfragen, Suchvorgänge und Statusabklärungen laufend Kapazität in der Kreditorenbuchhaltung. 

Wie werden Rechnungen unabhängig vom Eingangskanal automatisch erfasst? 

Über einen zentralen Eingangspunkt, der alle Kanäle zusammenführt. Papierrechnungen gelangen per Scan ins System, PDF-Rechnungen über ein dediziertes Sammelpostfach, strukturierte E-Rechnungen direkt über die entsprechende Schnittstelle. Die Lösung erkennt automatisch, dass es sich um eine Kreditorenrechnung handelt, und klassifiziert sie entsprechend – Grundlage dafür ist eine automatisierte Dokumentenerkennung, die den Dokumententyp anhand von Inhalt und Struktur bestimmt. 

Entscheidend ist, dass die Erfassung kein Sonderweg bleibt: Sobald alle Kanäle in denselben Prozess münden, existiert ein einziger, vollständiger Bestand offener Rechnungen – und damit eine belastbare Grundlage für Abgrenzungen und Monatsabschlüsse.

Was leistet KI beim Auslesen und Validieren der Rechnungsdaten? 

KI erkennt Rechnungsinhalte im Kontext, statt nur Textfelder an fixen Positionen auszulesen. OCR wandelt das Dokument zunächst in maschinenlesbaren Text um; anschliessend identifiziert die KI im Dokumentenmanagement Kreditor, Rechnungs- und Fälligkeitsdatum, Beträge, Mehrwertsteuersätze, Referenznummern und einzelne Positionen. Das funktioniert auch bei Lieferanten mit ungewohntem Rechnungslayout, ohne dass für jedes Format eine eigene Vorlage gepflegt werden muss. 

Im zweiten Schritt werden die erkannten Daten gegen die Daten im ERP-System validiert: Existiert der Kreditor? Stimmen Bankverbindung, Währung und Steuersatz? Weicht der Rechnungsbetrag von der hinterlegten Bestellung und dem erfolgten Wareneingang ab? Passt alles, läuft der Vorgang weiter. Nur bei Abweichungen wird eine Person einbezogen – dort, wo eine fachliche Beurteilung tatsächlich nötig ist. 

Wie laufen Prüfung, Freigabe und Kontierung automatisiert ab? 

Über regelbasierte Workflows, die jede Rechnung selbstständig der zuständigen Person zuweisen – nach Kostenstelle, Betragslimite, Lieferant oder Bestellbezug. Freigaben erfolgen ortsunabhängig im Browser oder auf dem Mobilgerät, Stellvertretungen und Eskalationen sind hinterlegt, und der digitale Workflow protokolliert jeden Schritt mit Zeitstempel. 

Bei Rechnungen mit Bestellbezug gleicht das System Bestellung, Wareneingang und Rechnung automatisch ab. Stimmen die drei  überein, kann die Rechnung ohne manuelle Prüfung verbucht werden. Bei Gemeinkostenrechnungen ohne Bestellbezug schlägt die Lösung die Kontierung anhand der ermittelten Werte oder früherer Buchungen vor. 

Genau hier setzt der nächste Automatisierungsschritt an. Mit der KI-Plattform von BLP – seit 2026 Technologiepartner von adeon – übernehmen spezialisierte KI-Agenten nicht nur die Datenerkennung, sondern auch Prüfschritte und die Bearbeitung von Ausnahmefällen im Kontext der vorhandenen ERP-Daten. Eine übergreifende Prozesssteuerung entscheidet, was automatisch verarbeitet und was gezielt an Mitarbeitende weitergeleitet wird. Das ERP-System bleibt dabei durchgehend das führende System.

Wie fügt sich die Lösung in bestehende ERP-, Finanz- und DMS-Systeme ein? 

Über Standardschnittstellen und APIs – ein Systemwechsel ist nicht nötig. Rechnungs-, Stamm- und Buchungsdaten werden zwischen Rechnungsverarbeitung, ERP-System und Dokumentenmanagement ausgetauscht. Die Buchung wird im Finanzsystem erstellt, das Dokument liegt im DMS, und beide sind über eine eindeutige Referenz miteinander verknüpft. 

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Kalt Maschinenbau AG aus Lütisburg: Das Unternehmen startete bewusst mit den Gemeinkostenrechnungen, also mit Rechnungen ohne Bestellbezug. Eingehende Papier- und PDF-Rechnungen werden importiert, per OCR ausgelesen und revisionssicher im DMS abgelegt, das an das bestehende ERP-System angebunden ist. Gemäss Kalt Maschinenbau hat sich allein der Aufwand für die Buchhaltung dadurch mehr als halbiert – die bestellbezogenen Prozesse folgen als nächster Ausbauschritt. 

Ein zweites Beispiel liefert die Zug Estates AG, die den Kreditorenworkflow innerhalb ihrer zentralen Dokumentenmanagement-Lösung betreibt und mit weiteren digitalen Geschäftsprozessen verbindet. Der schrittweise Ausbau ist typisch: Wer mit einem klar abgegrenzten Prozess startet und den gewünschten Nutzen erzielt, wird anschliessend mit Freude auf Bestellwesen, Vertragsmanagement oder Personaldossiers ausbauen. 

Was gilt für Archivierung und Nachvollziehbarkeit in der Schweiz? 

Rechnungen sind Buchungsbelege und müssen nach Art. 958f OR zehn Jahre aufbewahrt werden. Die Geschäftsbücherverordnung (GeBüV) lässt die elektronische Aufbewahrung ausdrücklich zu, verlangt dafür aber Unveränderbarkeit, jederzeitige Lesbarkeit und eine systematische, prüfbare Ablage. Eine revisionssichere elektronische Archivierung ist deshalb kein Zusatz, sondern integraler Bestandteil des Prozesses. 

Der Vorteil eines automatisierten Ablaufs: Die Archivierung passiert am Ende des Workflows automatisch und nicht als separater Arbeitsschritt. Zusammen mit dem Dokument werden Prüfvermerke, Freigaben und Änderungen als vollständiger Audit-Trail gespeichert. Enthalten die Belege Personendaten, sind zusätzlich die Anforderungen des revidierten Datenschutzgesetzes (DSG) zu berücksichtigen – insbesondere bei der Frage, wer im Archiv worauf zugreifen darf.

Welche Lösung passt zu welchem Unternehmen? 

Das hängt von drei Faktoren ab: Rechnungsvolumen, Komplexität der Prüf- und Freigabeprozesse sowie der bestehenden Systemlandschaft. Ein Unternehmen mit 2’000 weitgehend gleichartigen Gemeinkostenrechnungen pro Jahr braucht eine andere Lösung als ein internationaler Konzern mit mehreren ERP-Mandanten, Bestellbezug und internationalen Lieferanten. 

adeon ag, Spezialist für dokumentengestützte Geschäftsprozesse mit Standorten in Altendorf, Bern und Vaduz, berät hier herstellerneutral und deckt im Portfolio unterschiedliche Ansätze ab: die KI-gestützte Verarbeitung mit BLP, die eng integrierte Lösung d.velop invoices sowie den ERP-unabhängigen Kreditorenworkflow Xpert.APF. Welcher Weg trägt, zeigt sich in der Regel nach einer strukturierten Analyse der heutigen Abläufe – nicht am Produktvergleich. Eine Übersicht über die Ansätze finden Sie auf der Seite zur digitalen Eingangsrechnungsverarbeitung. 

Rechnungsprozesse live sehen: kostenlose Webinare im September 

Wie eine KI-gestützte Eingangsrechnungsverarbeitung konkret abläuft, zeigen wir in zwei kostenlosen Live-Webinaren – inklusive Fragerunde und Blick auf reale Prozessschritte: 

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Unser Vertriebsteam ist gerne für Sie da.

Digitale Eingangsrechnungsverarbeitung mit KI

Warum stossen manuelle Rechnungsprozesse an ihre Grenzen?

Manuelle Abläufe mit E-Mail-Weiterleitungen, Papierdossiers und Excel-Listen skalieren nicht: Durchlaufzeiten steigen, der Bearbeitungsstand ist intransparent und Daten werden mehrfach erfasst. Zusätzlich entstehen finanzielle Nachteile durch verpasste Skontofristen und Mahnkosten.

Wie werden Rechnungen unabhängig vom Eingangskanal automatisch erfasst?

Papier-, PDF- und E-Rechnungen laufen über einen zentralen Eingangspunkt in dieselbe Verarbeitung. Das System erkennt und klassifiziert die Kreditorenrechnung automatisch, so dass ein vollständiger Bestand offener Rechnungen entsteht.

Was leistet KI beim Auslesen und Validieren der Rechnungsdaten?

OCR macht das Dokument maschinenlesbar, die KI erkennt Kreditor, Datum, Beträge, Steuersätze und Positionen im Kontext – auch bei unbekannten Rechnungslayouts. Anschliessend werden die Daten gegen die ERP-Stammdaten validiert und nur Abweichungen an Mitarbeitende weitergeleitet.

Wie laufen Prüfung, Freigabe und Kontierung automatisiert ab?

Regelbasierte Workflows weisen jede Rechnung nach Kostenstelle, Betragslimite oder Bestellbezug der zuständigen Person zu; Freigaben erfolgen ortsunabhängig und werden protokolliert. Bei Bestellbezug gleicht das System Bestellung, Wareneingang und Rechnung automatisch ab, bei Gemeinkostenrechnungen wird die Kontierung vorgeschlagen.

Wie fügt sich die Lösung in bestehende ERP-, Finanz- und DMS-Systeme ein?

Die Anbindung erfolgt über Standardschnittstellen und APIs, ein Systemwechsel ist nicht nötig. Buchungsdaten entstehen im Finanzsystem, das Dokument wird im Dokumentenmanagement archiviert und über eine eindeutige Referenz verknüpft.

Was gilt für die Archivierung von Eingangsrechnungen in der Schweiz?

Rechnungen sind Buchungsbelege und müssen nach Art. 958f OR zehn Jahre aufbewahrt werden. Die GeBüV erlaubt die elektronische Archivierung, verlangt aber Unveränderbarkeit, jederzeitige Lesbarkeit und eine systematische, prüfbare Ablage; bei Personendaten ist zusätzlich das DSG zu beachten.

Welche Lösung für die Eingangsrechnungsverarbeitung passt zu welchem Unternehmen?

Entscheidend sind Rechnungsvolumen, Komplexität der Freigabeprozesse und die bestehende Systemlandschaft. adeon berät herstellerneutral und deckt mit BLP, d.velop invoices und Xpert.APF unterschiedliche Ansätze ab – von der KI-gestützten Verarbeitung bis zum ERP-unabhängigen Kreditorenworkflow.

20.10.2026 | 13.30 Uhr
21.10.2026 | 10.30 Uhr

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